Baobab Schule

Baobab Schule für Handwerk und traditionelles Kunsthandwerk
Es gibt eine Schulpflicht in Ghana, aber auch heute gehen noch immer viele Kinder aus finanzieller Not nicht in die Schule. Sie arbeiten auf den Feldern, im Haushalt oder verkaufen an der Straße. Seit 2005 hat Baobab für diese Kinder eine Schule aufgebaut. Heute leben 100 Schülerinnen und Schüler während des Trimesters im Jugendausbildungszentrum. Wir nehmen Kinder von 10 bis 15 Jahren auf. Das Zentrum ist nach ökologischen Gesichtspunkten aufgebaut: wir bauen möglichst mit lokalen Materialien, Solartrockner für den Medizingarten, Biofarm mit Austernpilzproduktion, Bienen und Hühnern und einer Moringafarm, Regenwasserauffangbecken und eine Vielfalt von verschiedensten Baumarten.
Plastik wird recycelt und es ist auffallend sauber bei Baobab; der Müll wird möglichst getrennt. Die Kinder sollen in einer gesunden und sauberen Umgebung aufwachsen, Müll verantwortungsbewusst entsorgen, bzw. recyceln lernen, da dies auch längerfristig Einfluss auf die Dörfer hat, aus denen sie kommen.

Socially and physically challenge – Hand in Hand

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Inzwischen ist die Schule eine inklusive Schule. Wir haben zunehmend mehr Jugendliche mit körperlichen Behinderungen. Manche sind Poliofälle, die  im Rollstuhl sitzen oder an Krücken laufen. Andere haben unheilbare Krankheiten, sind mental retardiert oder haben Lernschwächen. Eine gemeinsame Erziehung dieser Kinder ist eine große Bereicherung für alle. Körperbehinderte wurden in Ghana bis vor einigen Jahren nicht als Menschen mit Fähigkeiten wahrgenommen. Viele werden auch heute noch von ihren Familien versteckt. Man hört jedoch immer häufiger: Disability is not inability.
 Diese Jugendlichen fühlen sich bei Baobab besonders wohl, da sie oft von der Gesellschaft abgelehnt worden sind. Einige bekommen ein spezielles Training von unseren Freiwilligen, aber in der Regel sind sie bei allem was sie tun können in der Gruppe und sie helfen sich gegenseitig.

Wohin führt die Baobab Schule?
Seit 2013 ist Baobab als Privatschule staatlich registriert. Die Schüler/Innen können nach vier bis sechs Jahren eine staatliche Prüfung bei NVTI (National Vocational Training Institute) ablegen. 
Sie leisten anschließend einen „Service für Baobab“ in dem sie sechs Monate für die Schule arbeiten. Alles was sie in diesem halben Jahr herstellen, wird dokumentiert und am Ende ihres Service bekommen sie für 10% des Verkaufspreises, ein Starterkit in Form von Werkzeugen. Danach steht ihnen die Möglichkeit offen, zunächst weiter für Baobab zu arbeiten oder sich einen Meister zu suchen, um ihre praktischen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Falls es gewünscht wird bringen wir sie in Verbindung mit ‚Microcredit‘ Institutionen, damit sie ihre eigene Werkstatt aufbauen können. Wir gehen davon aus, dass diese Jugendlichen sich im späteren Leben eigenverantwortlich, aber auch in Verantwortung für das Allgemeinwohl engagieren und ihr Wissen weitergeben werden.

Schüler/innen tragen zu den Kosten bei
Samstags wird für die Schule produziert oder gearbeitet

. Die Jugendlichen lernen nicht nur bei Baobab, sie wohnen und leben dort auch, in den Ferien gehen sie in ihre Dörfer zurück. Sie erhalten bei Baobab drei warme Mahlzeiten am Tag und werden mit allem versorgt, wozu die Verwandten nicht in der Lage sind. Seit 2015 beteiligen sich diese, wenn es ihnen möglich ist, mit einer „Commitment fee“ von 8,- € pro Trimester an den Kosten. 

Die Schüler/innen tragen auch ein wenig zur Finanzierung der Schule bei, indem sie samstags in Kreativworkshops kleine Dinge herstellen, z.B. Ketten und Armbänder aus Glaspulverbeads, andere weben Kentestreifen oder nähen Taschen, wieder andere helfen samstags auf der Farm, in der Fahrradwerkstatt, kochen in der Küche mit oder produzieren Moringapulver.

Ehemalige Schülerinnen und Schüler

Alle drei Monate treffen sich die „old students“ in der Schule und arbeiten an ihren Zukunftsperskektiven.
Es werden Workshops organisiert zum Thema Kleinunternehmertum, Business, Marketing, Sparen, Buchführung, Kleinkredite etc. acht Schüler/Innen arbeiten inzwischen als Assistenten in der Schule, andere verkaufen ihre Produkte teilweise an Baobab und im Baobab Haus arbeiten sechs ehemalige Schüler/Innen.

Noch sind wir auf Spender und Paten angewiesen.
Wir würden gerne mehr Schüler/Innen aufnehmen, können dies jedoch aus finanziellen Gründen nicht leisten.

Familie eines Schülers

Kinder verkaufen Fisch

Isaac, ehemaliger Schüler ist nun teaching assistant

 Fundamental class, unsere niedrigste Klasse

Linda und Comfort bei einer Präsentation am Freitag

Ein Starter Kit für alle bei der Verabschiedung 2016

Beadsworkshhop am Samstag

 Buchbinden mit selbst gemalten Bildern

Treffen mit den Ehemaligen, „old students“

Training der „old students“ in Kleinunternehmertum