David, ein junger Mann von der Elfenbeinküste, wurde 6 Monate lang vor dem Haus seiner Tante in Kissi schlimmer als ein Hund angekettet.

Ein Voodoo Heiler verbot jedem mit ihm Kontakt auf zu nehmen und mit ihm zu sprechen, da er angeblich einen „Evil Spirit“ habe.

Jeden Tag brachte seine Tante ihm Essen, durfte aber nur das Notwendigste mit ihm sprechen. Die Menschen liefen an ihm vorbei, lachten ihn aus und zeigten mit dem Finger auf ihn. Als wir ihn mit Social Welfare befreiten, waren die Schlösser schon eingerostet und er konnte kaum laufen. Es stellte sich heraus, dass er Schüler im Internat eines Gymnasiums in Niger gewesen war und kurz vor dem Abitur stand. Die Schüler hatten, wie viele andere auch, zu sehr dem Alkohol und Haschisch zugesprochen und Schwierigkeiten mir der Schule bekommen; seine Mutter schickte ihn deshalb zu seiner Tante nach Kissi.
Diese gab ihn in die Hand des Voodoo Heilers. Nach seiner Befreiung im Februar verbrachte David zwei Monate bei uns im Zentrum, wobei er sich als wohlerzogener, gebildeter junger Mann entpuppte. Im Mai konnten wir ihn an die Elfenbeinküste zurück bringen.
Ebo, ein Freund aus Kissi, der des Französischen kundig ist, musste lange mit der Familie reden um sie davon zu überzeugen, dass David jetzt wieder in Ordnung sei und sie ihn wieder aufnehmen sollten. David ist jetzt wieder zurück an der Schule. Er ist zutiefst dankbar für seine Rettung und hat sich feste vorgenommen, ab jetzt die Regeln zu respektieren, das Abitur zu machen und danach zu studieren.

BAOBAB  -  CHILDREN  -  FOUNDATION
DAVID - Sechs Monate in Ketten und seiner Würde beraubt